Zeitzeugen aus Oldisleben und Umgebung

“Nirgendwo in Deutschland fällt so wenig Regen wie in der thüringischen Kleinstadt Artern.” DIE ZEIT 2020. “Bei Thüringens Landtagswahl im vergangenen Jahr hat hier ein AfD-Politiker das Direktmandat erobert, Jens Cotta. Er habe auch deshalb gewonnen, sagt Cotta, weil er seit Langem fordere, Artern endlich ans Fernwassernetz anzubinden.”

Donnerstag, 24. September 2020 von Klaus Hart

...Bei Thüringens Landtagswahl im vergangenen Jahr hat hier ein AfD-Politiker das Direktmandat erobert, Jens Cotta. Er habe auch deshalb gewonnen, sagt Cotta, weil er seit Langem fordere, Artern endlich ans Fernwassernetz anzubinden.

Die Haushalte in Artern und Umgebung werden nach wie vor aus Brunnen versorgt. Das Wasser muss aus immer tieferen Schichten gepumpt werden, ist mit Nitrat belastet und sehr kalkig. Viele Arterner klagen: Uns gehen alle zwei Jahre die Waschmaschinen kaputt! Unsere Duschzellen schauen aus wie Kalkbergwerke! “Hier hast du manchmal das Gefühl, dass du beim Duschen gar nicht nass wirst, so hart ist das Wasser”, sagt der AfD-Mann Cotta, ganz Volkes Stimme.

Fernwasser aus den Talsperren im Harz, findet er, wäre die perfekte Lösung. Der Harz, an dem die Wolken hängen bleiben, nimmt Artern das Wasser weg. Warum es nicht von dort zurückholen?

Das ist nicht so einfach. Der Harz liegt zum größten Teil in Sachsen-Anhalt. Die Leitungen des dortigen Fernwassernetzes enden kurz vor Artern, es fehlen 15 Kilometer. “Ein machbarer Aufwand, aber offenbar ist es politisch nicht gewollt”, sagt Cotta. “Das Wasserthema spricht die Leute an. Das bewegt jeden.” Cottas Frau gründete die Bürgerinitiative “Lebensqualität und sauberes Wasser e. V.”, die sich für Arterns Anschluss ans Fernwassernetz einsetzt.

Allein: Solch einem Anschluss würden jahrelange politische Verhandlungen vorausgehen. Nicht unbedingt, weil Politiker träge wären – sondern weil ein Ringen um Rohstoffe und Bodenschätze immer zäh ist. Zwar geht es nicht um Gold, Gas oder Coltan, aber Sachsen-Anhalt hat nichts zu verschenken, auch kein Wasser. Dazu würde jeder Kilometer Leitung Millionen kosten. Und Trinkwasser würde den Bauern wenig helfen, auch nicht den Wäldern, den Flüssen, den Löschteichen. Trotzdem hat das Wasserthema den AfD-Kandidaten ins Parlament getragen. Denn selbst wenn verkalkte Waschmaschinen nicht das größte Problem in Artern sind: Sie betreffen das Leben der Mehrheit direkter als welker Mais oder nadelnde Fichten. In Arterns Kellern und Hauswirtschaftsräumen ist der Kampf ums Wasser zum Thema der Mehrheit geworden. Und der AfD-Mann war der Erste, der das aufgriff.

Es ist doch nur eine kleine Stadt hinter den Bergen, ließe sich jetzt sagen. Aber eben auch eine Stadt mitten in Deutschland…Zitat DIE ZEIT

https://www.zeit.de/2020/33/trockenheit-waldsterben-wasserversorgung-duerre-thueringen/komplettansicht

https://www.kyffhaeuser-nachrichten.de/news/news_lang.php?ArtNr=281317#111070

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2019/11/18/die-linke-im-kyffhaeuserkreisthueringen-160-mitgliederta-angaben-bei-rund-75000-einwohnern-des-kreises-bisheriger-linke-kreischef-strickrodt-nach-landtagswahldebakel-2019bad-frankenhausen-skanda/

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