Oldisleben kennen viele nicht - aber natürlich Deutschlands wohl bekanntestes Volkslied “Das Wandern ist des Müllers Lust”. Carl Friedrich Zöllner hat es 1840 just am Mühlenwehr von Oldisleben komponiert - saß dabei offenbar an jenem Steintisch auf dem Foto. Ein romantisches Ambiente - von der anderen Wehrseite aus kann man es jederzeit genießen. Die Website will in loser Folge unkommentiert Zeitzeugen jeder Couleur aus der Region zu Wort kommen lassen, Dokumente und Berichte zusammentragen.
“Die Besitzerin hatte ihre Kampfhunde nicht angemeldet und für die Tiere offenbar keine Hundesteuer bezahlt. Bis zu dieser Attacke seien keine Vorfälle mit den Tieren bekannt, bestätigte das Landratsamt unserer Zeitung. Einzig ein Nachbar hätte sich mehrfach beschwert, weil er immer wieder seinen Zaun zur Grundstücksgrenze ausbessern musste, hieß es.”
“Geradezu schockiert sei er gewesen, so Holger Häßler, als nach der Tragödie zu hören war, dass doch alle gewusst hätten, dass da illegal Kampfhunde gezüchtet würden.
http://www.amazon.de/Nicht-nur-Schwein-gehabt-B%C3%BCrgerinitiative/dp/3866349262
”Er wolle mit dem Buch klar machen, dass sachliche Aufklärung, straffe Organisation, kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, überparteiliches Auftreten und schließlich der Aufbau einer breit angelegten Bürgerbewegung, die zum Sprachrohr für die Menschen der Region wurde, wichtige Bausteine des Erfolges waren. ”Wir haben gezeigt, was Bürger erreichen können, wenn ihre Sorgen ein unüberhörbares Sprachrohr finden. Ich will auch Mut machen all denen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wie wir, und ich möchte Danke sagen all denen, die mitgewirkt haben an dem Erfolg.” Deshalb habe er auch den Titel ”Nicht nur Schwein gehabt” gewählt. Nichts sei ihnen in den Schoß gefallen, der Erfolg wurde hart erkämpft.”
“Nun herrscht also Ruhe im Forst. Mitte 2007 zog der Investor aus Holland seinen Antrag zur Durchführung des Raumordnungsverfahrens zurück. Die massiven Proteste tausender Menschen, verbunden mit hieb- und stichfesten Argumenten und Fakten, die auch der heute 69-jährige Geologieingenieur und Diplomingenieurökonom für geologische Erkundungen Bernhard Schneider in akribischer Kleinarbeit mit zusammengetragen hatte, hatten gewonnen.” (Mitteldeutsche Zeitung)
Nach 1990 haben die politisch Verantwortlichen entsprechend ihren Wertvorstellungen durch eine Serie gut durchdachter wirtschaftlicher und sozialpolitischer Maßnahmen für überall spürbare demographische und kulturelle Veränderungen gesorgt. Wie die “Mitteldeutsche Zeitung” 2009 unter Berufung auf das Statistische Bundesamt meldet, werden gemäß amtlicher Prognose bereits 2050 in Thüringen von 100 Personen rechnerisch 80,73 älter als 65 Jahre sein. Vor Thüringen an der Spitze der deutschen Bundesländer liegt indessen Brandenburg mit einem “Altenquotient” von 90,60. Auf Platz drei folgt Sachsen-Anhalt mit 78,53, vor Sachsen mit 77,25. Mecklenburg-Vorpommern belegt den fünften Rang mit 74,51. Erst ab sechster Position folgen westdeutsche Bundesländern mit weit besseren Quoten. Die ab 1990 ergriffenen Maßnahmen wirkten sich auf die zuvor positive Geburtenrate sowie auf die Abwanderung aus, bewirkten unter anderem die Schließung vieler Schulen sowie anderer Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Ein Blick allein auf die Überschriften von Texten lokaler und überregionaler Zeitungen sagt genug:
- “Hilflos in Thüringen. Kürzungs-Kreislauf: Weniger Geburten, weniger Geld, weniger Einrichtungen für Kinder und Jugendliche”
- “Bibliotheken sterben leise. Vom einstigen Leseparadies DDR ist auch im Kyffhäuserkreis viel Brachland zurückgeblieben”
- “Kleinkraftwerk und Sammeltaxi: Eine Studie macht Vorschläge, wie dem Bevölkerungsrückgang begegnet werden kann”
- “Vor allem im Osten brechen Familien weg - Erhebliche Auswirkungen auf den Zusammenhalt”
Die christliche Zeitschrift “Publik-Forum” zitiert Helge Klassohn, Kirchenpräsident in Sachsen-Anhalt, als “einstige Wiege der deutschen Industrie” bezeichnet, zum wirtschaftlich stimulierten Weggang junger Ost-Frauen:”Wenn es um die Kosten der deutschen Einheit geht, wird leider nicht berücksichtigt, daß die Frauen hier ausgebildet wurden und zur Wertschöpfung in den alten Bundesländern beitragen. Auch gut ausgebildete junge Männer gehen weg, sobald sie einen Arbeitsplatz finden. Sie sind als Arbeitskräfte hoch geschätzt. …Es gab vor einigen Jahren hier sogar Prämien von den Arbeitsämtern für Leute, die das Land verließen. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Über die Arbeitsämter forschen westdeutsche Betriebe nach gut Ausgebildeten in Ostdeutschland und machen dann entsprechende Angebote, bei denen hiesige Arbeitgeber nicht mithalten können…Dörfer, die zwar mit Fördermitteln und einem großen persönlichen Einsatz von Familien schön hergerichtet sind, vergreisen. Die jungen Leute, die das Anwesen übernehmen sollten, sind nicht mehr da. Ganze Landstriche sind bedroht in Mitteldeutschland, das sehr dicht besiedelt ist: Wegen der guten Böden liegen die Dörfer nah beieinander…
…Sie würden eigentlich bei uns Kirchensteuer zahlen, und dies tun sie jetzt in den alten Bundesländern. Und dies in erheblichem Maße.”
Erfolgreiche Entvölkerungspolitik - die geschlossene, leere Schule von Reinsdorf -
und die von Gorsleben.
Toter Bahnhof von Bad Frankenhausen an geschlossener Strecke.
Traditionsreicher Schwoof-und Veranstaltungssaal des “Weimarischen Hofes” in Oldisleben - heute tot.