Zeitzeugen aus Oldisleben und Umgebung

Bürgerinitiative Oldisleben 2015 nach jahrelangem Kampf siegreich: Schweinefabrik wird dank Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts nicht gebaut. Deutschlandweites Echo, auch überregionale Medien berichten über Erfolg der Bürgerinitiative.

Zitat “Bundesverwaltungsgericht

Beschluss

Das Revisionsverfahren wird eingestellt”

 

“Kein Schweinemast-Großbetrieb in Oldisleben”

Oldisleben. Ablehnung in letzter Instanz: Das Bundesverwaltungsgericht verwirft die Berufung.” Thüringer Allgemeine

http://www.bund.net/index.php?id=17636

BUND Thüringen begrüßt endgültiges Aus für Schweinemastanlage Oldisleben

 

Erfurt/Leipzig. Der BUND Thüringen begrüßt das endgültige Aus für die Schweinemastanlage in Oldisleben. Nachdem die Agarproduktionsgesellschaft Oldisleben ihre Berufung zurückgezogen hat, hatte das Bundesverwaltungsgericht die Revision verworfen. Damit ist die Ablehnung der Schweinmastanlage am geplanten Standort endgültig

„Statt immer mehr Tierfabriken brauchen wir endlich ein Umdenken bei der Tierhaltung und der Fleischproduktion“, sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Das Aus für Oldisleben muss auch für die Thüringer Landesregierung ein Signal sein, den Trend zu immer mehr Tiermastanlagen in Thüringen endlich zu stoppen.“

Ausdrücklich dankte Hoffmann der Bürgerinitiative „Diamantene Aue“ für ihr langjähriges Engagement und ihre Unterstützung. Ohne die BI wäre der Erfolg nicht möglich gewesen, ist sich Hoffmann sicher.

Nach Angaben des BUND Thüringen ist der Schweinebestand in Thüringen von 2010 bis 2013 um 8% gestiegen. Inzwischen lebten 76 Prozent aller Schweine in Ställen mit mehr als 5.000 Artgenossen. In der Hühnermast werden sogar 99 Prozent aller Masthühner und Puten in spezialisierten Mastbetrieben gehalten. Der Konzentrationsprozess auf immer weniger und immer größere Unternehmen und Ställe sei noch nicht beendet.

„Deutschland entwickelt sich immer mehr zum Maststall Europas und zum Billigfleischexporteur“, sagte Hoffmann. „Wir produzieren in Deutschland längst mehr Fleisch als wir hier trotz des enorm hohen Fleischkonsums überhaupt verbrauchen können.“

Das Billigfleisch werde mit staatlichen Subventionen in Entwicklungsländer exportiert, wo es die heimischen Märkte verdränge. In Deutschland bleibe die Gülle zurück, welche zur massiven Überdüngung der Böden und zur Verseuchung der Grundwasservorkommen führe.

Der BUND Thüringen widersprach der Einschätzung, die professionelle Tierhaltung und Fleischproduktion in Thüringen sei auf einem hohen Stand. So war im – mittlerweile geschlossenen – Schlachthof Jena war von 2010 bis 2012 die Betäubungsanlage defekt war, so dass rund ein Viertel aller Tiere ihre Zerlegung bewusst miterlebten. Im Saale-Holzland-Kreis, bewiesen im Jahr 2013 Video- und Bildaufnahmen der Organisation Animal Rights Watch, dass der Zuchtbetrieb Gut Thiemendorf Heideland GmbH seine Sauen und ihre Ferkel in zu kleinen Kastenständen hielt. Oder 2014: In der Mörsdorfer Agrar GmbH fiel die Belüftungsanlage eines Stalls aus, und 2.000 Schweine verendeten

Nach Angaben des BUND Thüringen liegt der Antibiotika-Einsatz bei vielen thüringischen Betrieben über dem Bundesdurchschnitt. Übermäßiger Antibiotika-Einsatz führe zur Resistenzbildung bei Krankheitserregern und könne sich damit für Menschen lebensgefährlich auswirken.

Forderungen der aus der Politik und Landwirtschaft, den Fleischbedarf in Thüringen aus heimischer Produktion zu decken, wies Hoffmann als absurd zurück. „In Thüringen leben deutschlandweit die meisten Menschen mit Übergewicht. Das hat auch etwas mit übermäßigem Fleischkonsum zu tun“, sagte Hoffmann. „Die massenhafte Produktion von antibiotikaverseuchtem Billigfleisch ist kein Beitrag zur gesunden Ernährung der Thüringer Bevölkerung.“

Hoffmann forderte die Thüringer Landesregierung erneut auf, endlich eine Tierwohlstrategie zu verabschieden, welche diesen Namen auch verdient. „Auch Tiere, welche der menschlichen Ernährung dienen sollen, müssen artgerecht gehalten werden. Das bedeutet jederzeit selbständiger Zugang zu frischer Luft und zu Tageslicht, ausreichend Bewegung, Einstreu von natürlichem Material wie z.B. Stroh in den Ställen und Haltung in artgerechten Gruppengrößen.“

http://www.welt.de/regionales/thueringen/article146141745/Plaene-fuer-Schweinemastanlage-in-Oldisleben-endgueltig-vom-Tisch.html

Hintergrundtexte zum Schweinefabrik-Projekt:http://www.diamantene-aue.de/html/artikel.html

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2015/06/22/2015-weiterer-sieg-der-gegner-des-baus-einer-schweinefabrik-in-oldisleben-engagement-von-tierschuetzern-natur-und-heimatfreunden-mit-erstaunlichen-resultaten/

Old15

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Bertolt Brecht

“Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“(Mauerinschrift bei der Eisdiele in Oldisleben)

“Nicht nur Schwein gehabt”:

http://www.amazon.de/Nicht-nur-Schwein-gehabt-B%C3%BCrgerinitiative/dp/3866349262/>

Klappentext

Gesellschaftliche Konflikte führen häufig zur Bildung von Bürgerinitiativen. Oft tragen diese Interessenvereinigungen dazu bei, Missstände oder Ungerechtigkeiten ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Nicht selten ist es ihnen zu verdanken, dass Fehlentwicklungen verhindert werden.
Bernhard Schneider, Sprecher einer Bürgerinitiative berichtet, wie es gelang, in Allstedt den Bau der größten Schweinemastanlage Deutschlands zu verhindern. Sachliche Aufklärung, straffe Organisation, kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, überparteiliches Auftreten und schließlich der Aufbau einer breit angelegten Bürgerbewegung, die zum Sprachrohr für die Menschen der Region wurde, waren wichtige Bausteine für den Erfolg.
In diesem Buch schreibt Schneider nicht nur die Geschichten und Erfahrungen auf, die zum Erfolg geführt haben, sondern gibt einen weitreichenden Einblick in den Prozess des Widerstandes bis hin zur Auseinandersetzung mit Investor und Behörden im Genehmigungsverfahren. Dieses Buch will allen Mut machen, die ebenso eine über Jahre nervenaufreibende Auseinandersetzung durchzustehen haben. Es soll ermuntern, sich einzumischen und sich für gemeinschaftliche Interessen stark zu machen.
Oft wurde die Frage gestellt: “Wie habt ihr es geschafft?” – Schlicht und einfach, es war ein hartes Stück Arbeit! Schließlich haben wir “Nicht nur SCHWEIN GEHABT”!

“Mut machen und großen Erfahrungsschatz vermitteln”:http://www.mz-web.de/merseburg-querfurt/mut-machen-und-grossen-erfahrungsschatz-vermitteln,20641044,17799582.html

Ernst Pries in Templin, Nachbar von Angela Merkel, und die Schweinefabriken:http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/18/ernst-pries-aus-templin-einer-der-ganz-grosen-umweltexperten-ostdeutschlands-texte/

http://www.ostblog.de/2005/09/ertappt_angela_merkel_als_umwe.php

http://www.telegraph.ostbuero.de/101/refeudalisierung.html

Uwe Steimle(“Steimles Welt” – MDR):”Ich sage stets, vielleicht war die DDR ein Unrechtsstaat, in dem es aber auch Gerechtigkeit gab. Und jetzt leben wir in einem sogenannten Rechtsstaat mit viel Ungerechtigkeit.” TA, 21.5. 2016

SPD-Politiker Egon Bahr zu den  Zielen des Anschlusses von 1990: Nur 5 Prozent des Produktivvermögens auf dem Territorium der ehemaligen DDR gehören noch Ostdeutschen – über 60 Prozent gehören Westdeutschen, 35 Prozent Ausländern.

 

Ostdeutschlands neue Machthaber – wie frühere DDR-Bürger in der neuen Herrschaftszone systematisch aus Führungspositionen eliminiert wurden:

Laut einer neuen Studie der Universität Leipzig von 2016 sind über 25 Jahre nach dem Anschluß von 1990 lediglich rd. 20 Prozent der Führungskräfte Ostdeutschlands ehemalige DDR-Bürger. Dies gelte für alle Bereiche – die Zahl der ostdeutschen Führungskräfte  gehe im Vergleich zu vor zehn Jahren zurück. „Unter anderem sitzen in den fünf Landesregierungen weniger Politiker mit ostdeutscher Herkunft als 2004, der Anteil sank von 75 auf 70 Prozent“. An der Spitze der 100 größten ostdeutschen Unternehmen, hieß es weiter,  sei der Anteil von 35,1 auf 33,5 Prozent gesunken. An Universitäten und Hochschulen habe sich der Anteil ostdeutscher Rektoren innerhalb der vergangenen zehn Jahre fast halbiert. „Von insgesamt 60 Staatssekretären der Bundesregierung stammen drei aus dem Osten, 2004 waren es immerhin noch sechs.“ Bundesweit sei die Lage weit schlechter. Mit nur 1,7 Prozent seien  Ostdeutsche unter den Führungskräften so gut wie gar nicht vertreten.

Damit haben sich Voraussagen von 1989/1990 über das Vorgehen der neuen Machthaber, die Ostdeutschland sogar in das Kriegsbündnis NATO zwangen, durchweg bestätigt. 

Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 08. September 2015 um 19:37 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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