Zeitzeugen aus Oldisleben und Umgebung

Heldrungen/Thüringen 2017, Vernichtung gewachsener soziokultureller Strukturen, Traditionen: “Das Schützenhaus fällt”, TA, Juni 2017. “Der Abriss kostet die Stadt nichts, die Maßnahme wird zu 100 Prozent vom Land Thüringen gefördert.” Die Ramelow-Politik, der Haß neuer Machthaber auf lokale und regionale ostdeutsche Traditionen.

Zerstörung früherer Kneipen-und Kommunikationskultur, beliebter Bürger-Treffpunkte als offenkundiges Politikziel – immer mehr Dörfer haben gar keine Kneipe mehr, hatten vor 199o indessen bis zu sechs, erinnern Bewohner des Kyffhäuserkreises.

“Seit 2008 verschwanden in Thüringen 1590 Gaststätten.” Thüringer Allgemeine, 2.6. 2018.

Zu DDR-Zeiten waren laut Angaben von Ex-HO-Leitern sowohl Getränke als auch Speisen der Gaststätten subventioniert. Bemerkenswert tief war der Preis des Glases Bier. 

“Thüringen verfügt noch über 2877 Gaststätten.” Thüringer Allgemeine, 2015

Quelle:http://www.ziltendorf.com/service/Rezepte/DDR/preise.htm

Preise verschiedener Waren und Dienstleistungen in der DDR

  • 0,00 M ein Arztbesuch oder eine Verordnung (auch der “Pille”) auf Rezept
  • 0,05 M ein kleines Brötchen bzw. eine Schrippe
  • 0,08 M kleine Packung Zitronenbonbon
  • 0,08 M eine Kilowattstunde Elektroenergie (ohne weitere Gebühren)
  • 0,08 M pro Kilometer für Fahrscheine (2. Kl.) der Deutschen Reichsbahn (Kinder bis 6 Jahre frei, 50% Rabatt für Schüler, Studenten und Lehrlinge, 75% Rabatt für Studenten vom Heimat- zum Studienort)
  • 0,10 M eine Tageszeitung
  • 0,10 M eine Schachtel Streichhölzer
  • 0,10 M Porto für eine Postkarte
  • 0,10 M bis 0,20 M eine Straßenbahnfahrkarte
  • 0,10 M große Semmel (Doppelbrötchen)
  • 0,12 M Flasche Mineralwasser 0,33 l (Pfand 0,30 M)
  • 0,13 M ein Päckchen ATA-Scheuermittel
  • 0,15 M eine Kugel Eis (Vanille oder Frucht)
  • 0,20 M Porto für einen Brief bis 20 g im In- und sozialistischen Ausland
  • 0,20 M ein Telefon-Ortsgespräch aus der öffentlichen Telefonzelle (0,15 M vom privaten Anschluss), unbegrenzte Dauer
  • 0,37 M ein Stück Mohnkuchen von Bäcker
  • 0,40 M ein Bier (0,25 l) in einer Gaststätte (Preisstufe I)
  • 0,42 M eine Flasche Club-Cola (0,33 l)
  • 0,48 M eine Flasche Bier Hell (0,33 l)
  • 0,50 M ein halbes Bäckerbrot, 0,55 M in Ost-Berlin
  • 0,52 M Roggenmischbrot (1 kg)
  • 0,60 M ein einfaches Mittagessen in einer Studenten-Mensa
  • 0.61 M eine Flasche Bier Pils 0,33 l (0,30 M Pfand)
  • 0,64 M Weizenmischbrot (1 kg)
  • 0,66 M ein Beutel Vollmilch 1 l (2,2 % Fettgehalt), 0,73 M in Ost-Berlin
  • 0,80 M Schlager-Süßtafel (schokoladenähnlich)
  • 0,85 M Bockwurst mit Brötchen und Senf
  • 0,85 M Gulaschsuppe in einer Gaststätte (Preisstufe I)
  • 0,85 M ein 5-kg-Beutel Kartoffeln
  • 0,85 M 500 g Würfelzucker
  • 0,95 M Bratwurst mit Brot und Senf
  • 1,00 M Currywurst mit Brot
  • 1,15 M eine Flasche Tomaten-Ketchup (215 Gramm) vom VEB Fruchtsaftbetrieb Werder
  • 1,60 M Schachtel (20 Zigaretten) filterlose Zigaretten (KARO, Real)
  • 1,75 M Rahmbutter (stark wasserhaltige, nur als Brotaufstrich geeignete Buttersorte)
  • 2,25 M ein Farbfotoabzug 9×13 cm
  • 2,35 M ein einfaches Mittagessen (Gulasch mit Kartoffeln und Gemüse) in einer Gaststätte (Preisstufe I)
  • 2,40 M Butter (250 g)
  • 2,50 M eine Schachtel der billigsten Filterzigarette (Juwel)
  • 3,00 M Nudossi
  • 3,20 M eine Schachtel Filterzigaretten (20 Zigaretten) der üblichen Marken (“F6?, “Semper” oder “Cabinet”)
  • ca. 4,00 M eine Tafel Pfefferminzschokolade oder Katzenzungen
  • 4,65 M Vollwaschmittel „Spee“, 900 g
  • 4,85 M eine Packung mit zwölf Eiern
  • 5,00 M Führerschein (inkl. Ausbildung) für Moped u.Traktor
  • 5,00 M eine Monatskarte, z. B. von Berlin-Treptow nach Berlin-Mitte (Bus, S-Bahn, Straßenbahn und U-Bahn)
  • 8,00 M Dose Trumpf-Kakaopulver
  • 8,00 M eine Übernachtung mit Frühstück in einem normalen Hotel
  • 8,75 M Packung gemahlener Kaffee (125g, entspricht 70 Mark/Kilo)
  • 14,50 M eine Flasche “Goldbrand” (32 % Alkohol)
  • 18,00 M eine Dose Ananas (im Delikatladen)
  • 19,00 M Eine Fahrkarte der Deutschen Reichsbahn über 200 Kilometer im D-Zug
  • 19,45 M ein Paar schwarze Herren-Halbschuhe, Größe 25
  • 21,80 M Rothammel Antennenbuch
  • 60,00 M Führerschein (inkl. Ausbildung) für LKW (Klasse 5) im Rahmen der GST-Ausbildung
  • 66,00 M ein Hin- und Rückflug mit der Interflug Berlin-Prag
  • 70,00 M Monatsmiete für 58-m²-Neubauwohnung

Das durchschnittliche Bruttoeinkommen „Werktätiger“ betrug 1953: 378 Mark, 1971: 785 Mark, 1989: 1.322 Mark im Monat.
Im Verhältnis Brutto-Netto ist zu beachten, dass es im Zeitraum vom 1. März 1971 bis zum 30. Juni 1990 die Möglichkeit gab, für den über 600 Mark monatlich hinausgehenden Verdienst Beiträge zur FZR (Freiwillige Zusatzrentenversicherung) zu zahlen.
So hatte (Netto) Mitte der 80’er Jahre z.B.:
– ein Lehrling im 1. Lehrjahr 100…150.-
– eine Kindergärtnerin ca. 550.-
– Hochschulabsolvent (1975) 580.-
– ein Produktionsarbeiter ca. 700…800.-
– Abteilungsleiter (1980) 780.-
– ein Meister in der Produktion ca. 1100…1200.-
– ein Lokführer ca. 1400.-
– Direktor Organisation / Datenverarbeitung (1985) 1640.-
– ein Akademiker ca. 1500…2500.-
Die durchschnittliche monatliche Altersrente (nach Erreichen der Pflichtbeitragsjahre für Frauen ab 60 und Männer ab 65) betrug
1953: 94 Mark
1971: 210 Mark
1989: 555 Mark


Herr Frost aus Hartha in Sachsen machte 1979 Urlaub im FDGB-Heim “Stranddistel”, Neuendorf / Hiddensee und besitzt aus dieser Zeit noch ein paar Preisaufstellungen, welche er uns dankend zusandte. Er schrieb:

Der Urlaub auf Hiddensee war immer auf 2 Wochen begrenzt. Alles wurde vom FDGB kontrolliert.
Kosten der Unterkunft:
Gartenhaus neben dem Hühnerstall: 2,50 M pro Bett und Nacht
Wohnhaus: 4,00 M pro Bett und Nacht (Deckbett mit Stroh, Wasser vom Hof, Waschschüssel, Plumpsklo, Waschwasserentsorgung auf der Wiese)
Hotel: 10,00 M pro Bett und Nacht.

Speisenkarte

FDGB-Ferienheim „Stranddistel“ Neuendorf/Hiddensee
Preisstufe 3

Sonnabend, 16.6.1979

Unseren Gästen empfehlen wir heute:

Mittagessen:11.30 bis 13.30 Uhr
Nudelsuppe m. Rindfleisch
Broiler, Rotkraut, Salzkartoffeln
Gulasch, Beilage, Salzkartoffeln
Schweinebraten, Mischgemüse, Salzkartoffeln
Rinderbraten, Mischgemüse, Salzkartoffeln
Kasslerbraten, Sauerkraut, Salzkartoffeln
Mischobst-Kompott
0,70 M
3,85 M
3,25 M
3,10 M
3,45 M
3,10 M
0,70 M
Abendessen: 17.30 bis 19.30 Uhr
3 Spiegeleier, Röstkartoffeln, Beilage
3 Rühreier, Butter, Brot
Steak m/Ei, Röstkartoffeln, Beilage
Roastbeef m/Ei, Röstkartoffeln, Beilage
Salamiplatte, Butter, Brot
2,50 M
2,50 M
3,85 M
4,85 M
2,45 M

Guten Appetit!


http://www.ddr.center/preise/gaststaettenpreise.html

Ziele des Anschlusses von 1990, Politikresultate:

SN: Haben Sie „ostalgische“ Momente, in denen Sie sich an etwas aus DDR-Zeiten zurücksehnen, das es nicht mehr gibt?
Gysi: Ich kann Ihnen das genau sagen: das Zusammengehörigkeitsgefühl. Diese vielen Feste, die man feierte. Auch nach jeder Parteiversammlung sind wir in einer kleinen Gruppe essen gegangen und haben uns vergnügt. Wir haben uns immer etwas einfallen lassen. Das zerfasert heute alles. Keiner hat mehr Zeit.

Ramelow-Regierung und Abrißförderung:”Das Geld stammt aus einem Förderprogramm für kleine Kommunen mit großen, leerstehenden Gebäuden.” TA

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Heldrungen/Thüringen und der Energiewende-Bluff:”Forschungsprojekt fragt nach Meinungen und Erfahrungen in Heldrungen und Umgebung.” Thüringer Allgemeine, 18.5. 2018:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2018/05/18/heldrungenthueringen-und-der-energiewende-bluffforschungsprojekt-fragt-nach-meinungen-und-erfahrungen-in-heldrungen-und-umgebung-thueringer-allgemeine-18-5-2018/

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http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2016/10/22/heldrungenthueringen-die-zwiebelzoepfe/

“Für den Weimarer Zwiebelmarkt gibt es immer weniger Gemüsebauern als Lieferanten. Als Grund gilt die deutlich gesunkene Zahl der Heldrunger Zwiebelbauern. Aus Heldrungen im Kyffhäuserkreis kommen die typischen rot-weißen Zwiebelzöpfe für den Weimarer Zwiebelmarkt. Für das diesjährige Volksfest vom 13. bis 15. Oktober haben sich nach Angaben der Stadt Weimar bislang nur halb so viele Bauern angemeldet wie noch vor zehn Jahren und auch weniger als vor einem Jahr. Die Heldrunger Zwiebelbauern klagen seit Jahren über fehlenden Nachwuchs. Ihre Verkaufsstände sind das Herzstück des Weimarer Zwiebelmarktes , der als Thüringens bekanntestes Volksfest gilt. Seit Generationen beliefern ihn die Heldrunger Bauern.” MDR 2017 zur zügigen Zerschlagung ostdeutscher Traditionen, ostdeutscher Landwirtschaft, forcierter Umwandlung in seelenlose, umwelt-und menschenfeindliche Agrarindustrie mit extrem hohem Gifteinsatz…

Zwiebelmarkt in Weimar 2017 – wie Heldrunger Kreativität in der Goethe-Stadt wirkt. Fotoserie:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2017/10/14/zwiebelmarkt-in-weimar-2017-wie-heldrunger-kreativitaet-in-der-goethe-stadt-wirkt-fotoserie/

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2017/06/29/zerstoerung-des-frueher-preiswerten-umweltfreundlichen-zugverkehrs-als-politikziel-in-thueringen-exorbitant-hohe-fahrpreise-bahnhofsruinen-inkompetente-bahnunternehmen-strafzahlungen-fuer-abell/

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2017/01/16/windkraftwerke-bei-braunsroda-reinsdorf-in-thueringengehackte-version-wiederholt-aktualisiert-drei-weitere-wka-2016-hinzugebaut-folgen-fuer-natur-umwelt-heimat-nach-1990-sind-jedermann-gut-bek/

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2015/06/29/wem-gehoert-der-osten-mdr-fakt-bestaetigt-2015-uralt-kritik-an-der-feindlichen-uebernahme-der-ddr-wirtschaft-aus-den-jahren-nach-dem-anschluss-von-1990-damals-wurde-die-u-a-von-der-treuhand-for/

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2015/07/22/das-doerfer-sterben-muss-aufhoeren-axel-schneider-zu-den-resultaten-des-machtwechsels-von-1990-der-verlust-der-identitaet-des-zusammengehoerigkeitsgefuehls-und-damit-der-bereitschaft-sich/

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2017/07/02/zauneidechsen-in-baden-wuerttemberg-und-oldislebenthueringen-stuttgart-21-umsiedlung-von-eidechsen-kostet-bahn-millionen-fuer-das-umstrittene-bahnhofsprojekt-muessen-tausende-reptilien-einge/

Das Gülle-Trinkwasser im Kyffhäuserkreis 2017 – wie GRÜN unter Thüringens “Umweltministerin” Siegesmund wirkt. Nie zuvor stank es im Kyffhäuserkreis so stark und so oft nach Scheiße von Schweinen. (Im Heldrunger Wasserschloß absolvierte ein bekannter Chor sein Konzert 2017 in penetrantem Güllegestank von nahen Agrarindustrieflächen):http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2017/11/20/das-guelle-trinkwasser-im-kyffhaeuserkreis-2017-wie-gruen-unter-thueringens-umweltministerin-siegesmund-wirkt/

“Thüringer Schatztruhe.” Neue Zürcher Zeitung/NZZ. Ronny Hornschuh aus Neuhaus am Rennweg – Trainer der Schweizer Skispringer. Jürgen Träger, Sohn von Karl Träger aus Roßleben, ist Trainer des Schweizerischen Ruderverbandes:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2018/03/07/thueringer-schatztruhe-ronny-hornschuh-aus-neuhaus-am-rennweg-trainer-der-schweizer-skispringer/

“Leipziger Amtsgerichtspräsident entlarvt Kriminalstatistik 2017?:http://www.pi-news.net/2018/05/leipziger-amtsgerichtspraesident-entlarvt-kriminalstatistik-2017/

Wolting: „Sicherheit im öffentlichen Raum ist schlechter als je zuvor“. LVZ

http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Wolting-Sicherheit-im-oeffentlichen-Raum-ist-schlechter-als-je-zuvor

ThüringenHO1

 “Besucht Thüringen . Das grüne Herz Deutschlands mit seinen HO-Hotels und – Gaststätten”. Alle Kraft für die Erfüllung des Fünfjahrplanes! Alle Kraft für die Erhaltung des Friedens!”(1952)

ThüringenHO2

 

Obertopfstedt/Thüringen – Dreschfest 2018:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2018/08/11/obertopfstedtthueringen-dreschfest-2018/

Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 29. Juni 2017 um 19:48 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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