Eröffnungsrede von Prof. Dr. Jörg Meuthen zur AfD-Europawahlversammlung in Riesa am 11.1.2019

Am 11. Januar 2019 wurde in Riesa die zweite Europawahl-Versammlung der AfD um 12.30 Uhr gestartet. Bundessprecher Prof. Dr. Jörg Meuthen begrüßte die angereisten Delegierten der 16 Landesverbände, Gäste und Vertreter der Medien, die trotz des einsetzenden Winterwetters pünktlich in der Sachsen Arena angekommen waren.

„Unsere Versammlung beginnt am Ende einer denkwürdigen Woche, für unsere Partei, wie aber auch für unser Land“, begann Meuthen seine Rede und wünschte Frank Magnitz unter dem Applaus der Delegierten die besten Wünsche für eine baldige umfassende Genesung von seinen Verletzungen, die ihm in der Nacht vom 7. Januar 2019 im Bremen zugefügt worden waren.

Mit Magnitz sei nicht nur der Landesvorsitzende der AfD-Bremen Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens, sondern auch ein Mitglied des Deutschen Bundestages. Für Meuthen ist dieses Attentat ein Beispiel für „den besorgniserregenden Zustand unseres Landes zu Beginn des Jahres 2019“, was auch international für Besorgnis im Hinblick auf Deutschland geführt habe, wobei immer wieder die Frage gestellt werde, „was eigentlich los ist in und mit unserem Land, das sich dort inzwischen solche Dinge zutragen.“

Im Laufe seiner Rede ging Meuthen mit all denen ins Gericht, denen ein gesunder Patriotismus nicht nur suspekt sei, sondern geradezu verhasst. Der Bundessprecher verwies auf weitere Anschläge und Attentate auf die AfD, wie z.B. den Bombenanschlag eine Woche zuvor vor dem Wahlkreisbüro in Döbeln. So bemerkenswert die Gewaltakte an sich seien, so vielsagend seien auch etliche Kommentare aus den Reihen prominenter politischer Gegner, die im Einzelfall auch vor Gehässigkeiten nicht zurückschrecken würden, indem sie „in ihr vermeintliches Bedauern weitere Verleumdungen in ihre nur heuchlerischen verbalen Krokodilstränen verpackten, wie z.B. der GRÜNEN-Politiker Özdemir, der in Zusammenhang mit dem Attentat auf Frank Magnitz einen Hashtag „Nazis raus“ verwendet hatte. So etwas sei „die Fortsetzung jenes Zündelns, das solchen Taten immer vorausgeht“, so Meuthen.

Meuthen thematisierte dabei auch E-Mails an AfD-Abgeordnete und Funktionsträger, in denen diese beschimpft und mit Nazi-Begriffen titulierte werden würden, um die AfD dann in die entsprechende Ecke zu stellen. Die Versuche, den Verfassungsschutz gegen die AfD zu mobilisieren, indem die Partei als Nazis, Rassisten, Ausländerfeinde, Antisemiten bezeichnet werden, würden ins Leere laufen, weil „was wir allesamt natürlich nicht sind, und was unsere Gegner in Politik und Medien natürlich auch wissen, was sie aber nicht davon abhält, es dennoch zu behaupten, bis dann solche Taten passieren, weil das Klima des wahren und selbstverständlich gewaltfreien, rein argumentativen politischen Diskurses restlos zerstört wurde, von denen, die uns auf jede noch so schmutzige Weise loswerden wollen.“

„Wir werden nicht weichen! Auch nicht, … wenn man uns seitens des politisch instrumentalisierten Verfassungsschutzes beobachten lassen wird. Gibt es auch nur eine einzige Gewalttat, die seit ihrem Bestehen auf das Konto der AfD ginge? Gibt es nicht … Gibt es auch nur einen einzigen Aufruf zur Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung von Seiten der AfD? Gibt es nicht. Nicht einen einzigen. Das ist nicht unser Verständnis von Politik“, so Meuthen.

Meuthen fragte in diesem Zusammenhang in Richtung von Politikern anderer Parteien: „Wo, bitteschön, ist dieser Verfassungsschutz, wenn eine Ska Keller, Spitzenkandidatin der Grünen für die Europawahl, mit der Flagge der militanten Antifa im Parlament selbst posiert? Mit der Flagge einer Organisation, die keinerlei Probleme mit der Anwendung von Gewalt hat, auch nicht gegen uns, und die das in ihren Augen kapitalistische „System“ ganz offen bekämpfen will?

Wo ist der Verfassungsschutz, wenn eine ehemalige Landesvorsitzende der Grünen Jugend auf Twitter kundtut „Ich wünschte Deutschland wäre im Zweiten Weltkrieg vollständig zerbombt worden. Dieses Land verdient keine Existenzberechtigung.“?

Wo ist der Verfassungsschutz, wenn die Bürochefin von Andrea Nahles im Parteiorgan „Vorwärts“ (das meint bei der SPD mittlerweile in den Abgrund) davon fabuliert, dass die SPD „im Kampf gegen Rechts auch die Antifa braucht?

Oder wenn Ralf Stegner anordnet, man müsse Positionen UND PERSONAL der AfD attackieren?

Interessiert es den Verfassungsschutz nicht, wenn etliche sogenannte Spitzenpolitiker einem sogenannten „Bündnis gegen Rassismus“ angehören, indem sich lokale Antifa-Gruppen ebenso wiederfinden wie die Interventionistische Linke, die beim G20-Gipfel halb Hamburg platt gemacht hat? Mit denen in diesem Bündnis sind zum Beispiel Göring-Eckardt, Hofreiter und Özdemir von den Grünen, Bartsch, Pau, Kipping und Riexinger von der Linken, oder Schwesig, Stegner und Barley von der SPD. Ja, Sie hören richtig, die Bundesjustizministerin Barley gehört diesem Bündnis an.

Alles hierzulande kein Problem. Jedenfalls nicht für CDU/CSU und SPD, von Grünen und Linken ganz zu schweigen. Die Justizministerin unseres Landes in einem gemeinsamen Bündnis mit linksextremistischen Gewalttätern.

Wo ist da der Verfassungsschutz? Was sagt der Verfassungsschutz dazu? Ich höre nichts. Gar nichts.

Uns will man unter Verfassungsschutzbeobachtung stellen, um uns loszuwerden, und auch, um von den eigenen verfassungsfeindlichen Aktivitäten abzulenken.  Allein: Wir werden nicht weichen! Wir werden auch dann nicht weichen!“

Wir gehen unseren Weg unbeirrt weiter! Auch im Jahr 2019 werden wir unseren Weg konsequent beschreiten, und es wird ein weiteres Jahr des Erfolgs für uns sein, gegen alle Widerstände.

Meuthen sieht diesen Parteitag als den ersten Schritt auf dem Erfolgsweg der AfD. Denn nach der Europawahl stünden mit den Wahlen in Bremen, Sachsen, Brandenburg und Thüringen, in denen die AfD nicht nur erfolgreich abschneiden, sondern mehr als nur gute Ergebnisse erzielen werde. „Ich freue mich schon jetzt auf den Wahlabend am 1.9., wenn ich wieder wie heute in Sachsen sein werde, um gemeinsam mit Freunden einen grandiosen Wahlsieg zu feiern.“, sagte Meuthen und schloss seine Eröffnungsrede mit dem Appell:

„Lasst uns gemeinsam dem Land und seinen Menschen zeigen, wie stark wir schon bei der Europawahl im Mai abschneiden können, um in Brüssel und Straßburg an einer deutlich anderen, einer besseren Europäischen Union zu arbeiten. Und dann lasst uns mit diesem Ergebnis im Rücken im Herbst dieser Republik zeigen, dass wir auch auf Sieg und den ersten Platz bei Wahlen spielen und diesen auch gewinnen können, liebe Freunde. Wir können nicht nur Opposition, und hier im Osten wird das als erstes erlebbar werden! Das sind unsere Ziele für 2019, die wollen und die werden wir erreichen! Darauf freue ich mich, und ich weiß mich darin gemein mit Tausenden Parteifreunden und Millionen Wählern in unserem schönen, unserem einzigen Land.

Auf geht´s, machen wir uns nun an die Arbeit!“

Das Redemanuskript können Sie Meuthen-Joerg-Eroeffnungsrede-AfD-Europawahlversammlung-Riesa-2019-01-11herunterladen.
Die Rede auf Youtube: https://youtu.be/3jZZQlmSKWI

PROFITEURE DER UMVOLKUNG

Warum protestiert niemand gegen die Kirchen?/PI

Synonym für die Menschen-Schleuserei von Afrika nach Europa: Kölns Kardinal Woelki mit Flüchtlingsboot vor dem Dom.

Von MARTIN | In Deutschland sind die beiden Kirchen die größten finanziellen Profiteure des Menschenhandels von Afrika nach Europa. Warum werden ausgerechnet diese wichtigsten Kriegsgewinnler der Umvolkung von jeglichem Protest verschont?

Auf der Todesstrecke von der Subsahara nach Zentraleuropa gibt es – finanziell gesehen – zwei Hauptprofiteure. Zum einen die Menschenhändler in Libyen, deren Dienstleistungsunternehmen die Überfahrt nach Europa organisieren und für die Reise in ihren hochseetüchtigen Schlauchbooten bis zu 5.000 Euro pro Passagier berechnen – ein Milliardengeschäft. Zum anderen die deutschen Kirchen, die in Deutschland für Kost und Logis der afrikanischen Reisenden von den Kommunen fürstlich entlohnt werden: Bei Vollverpflegung kassieren Caritas und Diakonie Spitzensätze von über 1.200 Euro Steuergeld pro Monat – und das bei Unterbringung im Feldbettzimmer und minimalen Personalkosten dank der Ausbeutung ehrenamtlicher Helfer. Selbst bei „nur“ rund 200.000 eingeschleppten Personen pro Jahr, die fast allesamt über Caritas und Diakonie durchgeschleust werden, ergibt dies eine unvorstellbare Summe und ein hervorragender Renditeertrag, der dank des Menschenhandels jedes Jahr in die Kirchenkassen fließt.

Es ist daher auch kein Wunder, dass die Kirchen immer wieder in die Aufrechterhaltung der Schleuserei von Afrika nach Europa investieren. Die so genannten deutschen „Seenotretter“, die für die Überfahrt von der libysischen Küste nach Europa zuständig sind, werden maßgeblich aus Kirchenmitteln finanziert. Erst jüngst spendete Kardinal Marx wieder 50.000 Euro aus Klingelbeutelgeldern an die Menschenschlepper im Mittelmeer. Solche Beträge sind Peanuts im Vergleich zu den Erträgen: Bereits nach einer einzigen Schlepperfahrt mit nur 50 Mann hat sich diese Investition für die Kirche schon finanziell amortisiert.

Ein Zusammenbruch des Menschenhandels von Afrika nach Zentraleuropa wäre also nicht nur für die Menschenschlepper in Libyen eine finanzielle Katastrophe, sondern auch für die deutschen Kirchen. Beide Beteiligten haben entsprechend ein gleichgroßes Interesse an der Aufrechterhaltung der Todesstrecke von der Subsahara nach Europa. Dieses gemeinsame Ziel fortlaufenden Nachschubs zur Sicherstellung ihrer finanziellen Erträge können sie dabei nur gemeinsam erreichen: Die Menschenhändler brauchen die Infrastruktur der Kirchen als Endstation dieser Strecke, um ihren Passagieren eine halbwegs sichere Garantie für eine sorglose Durchreise bieten zu können. Kein „armer“ Afrikaner legt 5.000 Euro für eine Reise nach Deutschland auf den Tisch, wenn Unterkunft und Verpflegung am Ende der Reise nicht gewährleistet sind.

Die deutschen Kirchen wiederum benötigen die libyschen Menschenschlepper mit ihrem Netzwerk in der Subsahara, da sie selber den Menschenhandel aus „moralischen Gründen“ nicht direkt betreiben können und deshalb auf Mittler angewiesen sind. Man teilt sich daher das Geschäft nach der Übergabe auf dem Schlauchboot: Die libyschen Menschenhändler organisieren die Reise von der Subsahara bis zum Einstieg in das Boot und kassieren dafür den entsprechenden Reisepreis. Die Kirchen übernehmen die Passagiere ab dem Schlauchboot über die von ihr zwischengeschalteten so genannten „Seenotretter“ und kassieren im Zielland von den Kommunen eine noch höhere Summe. So wäscht eine Hand die andere.

Die Menschenleben, die diese gemeinsame Geschäftstätigkeit kostet, spielen angesichts des enormen finanziellen Erfolgs der Beteiligten eine bestenfalls untergeordnete Rolle. Sie sind Kollateralschäden eines Milliardengeschäfts: zum einen all jene Menschen, die bereits in der Sahara auf dem Weg nach Libyen umkommen oder später im Mittelmeer ertrinken, zum anderen all die Menschen, die hier in Deutschland von den eingeschleppten afrikanischen und arabischen Neusiedlern ermordet werden. Das Blut dieser Menschen klebt an den Händen beider Partner: libysche Menschenhändler und deutsche Kirchen betreiben dieses Geschäftsmodell gemeinsam, also tragen sie auch gemeinsam die Verantwortung für die Opfer ihrer geschäftlichen Partnerschaft, und zwar gemeinsam für alle Opfer auf der gesamten Strecke.

Erstaunlicherweise regt sich in Deutschland gegen dieses schmutzige Geschäft nirgendwo Protest – obwohl in jedem Dorf eine Kirche steht und sich Protest vor Ort sicher leicht organisieren ließe. Es scheint, als wären die Dorfkirche und der liebe Herr Pfarrer in seinem Pfarrhaus neben der Linde an diesem Menschenhandel völlig unbeteiligt. Natürlich ist das nicht der Fall: Der Pfarrer wirbt in jeder Sonntagsmesse für das Geschäft und neue Spenden, damit der Menschentransport über das Mittelmeer weiterhin gesichert bleibt. Und er lebt sehr gut von dem Geld, das ihm die Kirche dafür als Gegenleistung jeden Monat auf sein Konto überweist: schmutzig verdientes Geld, das viele Menschen mit dem Leben bezahlt haben.

Aber der liebe Her Pfarrer veranstaltet jedes Jahr auch die Weihnachtsmesse. Dann stellt er überall in der Kirche Kerzen auf und singt „Oh du Fröhliche“. Auf diese Weise wecken die Kirchen jedes Jahr aufs Neue Kindheitserinnerungen in uns. Es ist genau diese emotionale Raffinesse, die uns vor einem Protest gegen diese Organisation abhält, sowohl von Mahnwachen vor der Pfarrei, als auch von lauter, klarer Gegenrede, wenn der Pfarrer in der Predigt wieder Werbung macht für sein mieses Geschäft. Man empfindet immer noch eine gewisse Achtung vor diesem Gebäude, man empfindet auch Achtung vor dem Pfarrhaus, und man grüßt höflich den Herrn Pfarrer, weil man sich an ihn aus der Weihnachtsmesse erinnert und genau dieses Bild in seinem Herzen aufrecht erhalten möchte: das Bild einer unschuldigen Kirche, die Weihnachten feiert, und nicht das Bild einer raffgierigen Institution mit blutbefleckten Händen, die gemeinsame Sache mit Menschenhändlern macht.

Das alles weiß man in den Chefetagen der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland natürlich auch. Und genau deshalb wird alles so weitergehen wie bisher: Die Kirchen werden sich mit ihrer Schleuserei weiterhin eine goldene Nase verdienen, sie werden auch weiterhin über die Toten in der Sahara und die Toten und Vergewaltigten auf unseren Straßen hinwegsehen. Und wir werden auch in Zukunft nicht gegen diese düstere Seite unserer Dorfkirche protestieren, sondern an Weihnachten brav in der Reihe sitzen und “Oh du fröhliche“ singen. PI

Der Karnevalsumzug in Wasungen – wie hier 2019 – stets systemkritischer als in Köln oder Düsseldorf. Hatte Ihr Lieblingsmedium die Merkel-Fotos aus Wasungen veröffentlicht – oder kamen sie nicht durch die Zensur? Direkt armselig im Vergleich mit Wasungen der SPD-Bausewein-Umzug in Erfurt:

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Der CDU-Merkel-Lügensack.

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“Die Merkel setzt uns Hörner auf”.

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“Die große Politik von heute verschaukelt alle kleinen Leute”.

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CDU-Merkel im Käfig.

Der Wahlbetrug  (Ralph Hartmann) Zeitschrift Ossietzky 2010

»Jetzt geht es weiter … Gott sei Dank«, versicherte Rainer Eppelmann vor kurzem dem deutschen Außenminister Guido Westerwelle in dessen Amtssitz am Werderschen Markt. Was meinte er wohl damit, der Ex-Pfarrer? Er will doch nicht etwa da weitermachen, wo er 1989 aufhörte, nämlich »Schwerter zu Pflugscharen« umschmieden? Nein, der Außenamtschef muß sich nicht ängstigen. Eppelmann hat ja längst seinen Talar an den Nagel gehängt und kämpft mit teuflischer Freude als Chef der »Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur« gegen den nunmehr vor 20 Jahren verblichenen zweiten deutschen Staat. Die »Es-Geht-Weiter«-Drohung stieß er bei der Eröffnung der Ausstellung »Die heile Welt der Diktatur?« aus, die anhand ausgewählter Fotos die DDR so zeigt, wie Eppelmann und seine Auftraggeber sie zu sehen wünschen. Der Drohruf bestätigte, was längst bekannt ist. Er war ein wenig länger, richtete sich auch an die anwesenden Presseleute und lautete wörtlich: »Sie mögen sagen: ›365 Tage hat jetzt eine Fete die andere gejagt. Gott sei Dank ist das vorbei.‹ Und nun mögen Sie stöhnen: ›Um Gottes Willen, jetzt geht es weiter.‹ Da sage ich: Gott sei Dank.«

Ja, es geht weiter: Nach dem Großen Gedenkjahr 2009 stehen neue Höhepunkte der SED-Diktatur-Aufarbeitung und der Würdigung deutscher Einheit bevor. Einem sind wir schon ganz nahe: dem 20. Jahrestag der »ersten freien und demokratischen Wahl« in der DDR. Eigenartigerweise ist im prall gefüllten Programmkalender der Stiftung keine Veranstaltung zu diesem historischen Jubiläum vorgesehen. Das überrascht. Sollte es dem Ex-Pfarrer etwa peinlich sein, daß sein damaliger Vorsitzender im »Demokratischen Aufbruch«, Wolfgang Schnur, kurz vor der Wahl als lang gedienter inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit aufflog? Oder befürchtet er, daß die in der europäischen Geschichte einmalige Einmischung der BRD in das Wahlgeschehen eines souveränen Nachbarstaates schlecht zu den Attributen »frei« und »demokratisch« paßt? Hält er es für ratsam, Gras darüber wachsen zu lassen, daß Heerscharen von bundesdeutschen Parteigrößen einschließlich Kohl und Brandt auf unzähligen Wahlkundgebungen in der DDR auftraten, zig Tonnen Propagandamaterial made in West-Germany das Land überschwemmten, Dutzende hauptamtliche Wahlkreisgeschäftsführer entsandt wurden, Millionen und Abermillionen Wahlkampfgelder gen Osten flossen, zehn Tage vor der Wahl der Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Dresden tagte? Und das alles, obwohl sich beide deutsche Staaten im Artikel 6 des Grundlagenvertrages feierlich und rechtsgültig zur Einhaltung des Grundsatzes verpflichtet hatten, »daß die Hoheitsgewalt jedes der beiden Staaten sich auf sein Staatsgebiet beschränkt. Sie respektieren die Unabhängigkeit und Selbständigkeit jedes der beiden Staaten in seinen inneren und äußeren Angelegenheiten.« Zu den »inneren Angelegenheiten« gehören eigentlich auch Wahlen.

Ich zitiere Zeitzeugen, die einer Affinität zum politischen System der DDR unverdächtig sind. Egon Bahr konstatierte, daß es die »schmutzigsten Wahlen (waren), die ich je in meinem Leben beobachtet habe«. Jens Reich, Mitbegründer des Neuen Forums, stellte fest: »Das Bonner Nilpferd ist in einer Massivität gekommen, daß man einfach hilflos war. Im Wahlkampf ist einfach der gesamte Apparatismus des Westens in den Osten gebracht worden. Dem hatten wir nichts entgegenzusetzen. Das waren in die DDR exportierte Westwahlen.« DieBlätter für deutsche und internationale Politik resümierten: »Was BRD-Politiker im DDR-Wahlkampf in der DDR … vorgeführt haben, übertrifft in vielen Beziehungen die Einmischungspraxis imperialistischer Vormächte gegenüber sog. Bananenrepubliken.«

All das eignet sich nicht so recht zur »Aufarbeitung der SED-Diktatur«. Doch welche Partnerinstitution springt bei der Würdigung der historischen Wahlen in die Bresche? Welche Konferenzen, Workshops, Symposien, Foren veranstalten sie zum Wahljubiläum? Was plant die Merkel-Westerwelle-Regierung? Wo bleibt der Staatsakt mit vorangehendem Gedenkgottesdienst? Wo findet das große Jubelgedenkvolksfest statt? Am Brandenburger Tor oder auf der freien Fläche im Herzen Berlins, wo einst der Palast der Republik stand, in dem die Wahlzentrale eingerichtet war?

Von alledem ist bisher nichts bekannt. Zwangsläufig drängt sich die Frage auf, ob Eppelmann mit seinen Bedenken nicht allein steht. Das hätte der Wahlsieger von 1990, die von Kohl in Westberlin aus der Taufe gehobene »Allianz für Deutschland«, nicht verdient. Freilich, der Wahlkampf hatte einen beispiellosen Vorzug: Die bundesdeutschen Wahlhelfer und -kämpfer haben nicht gelogen, sie haben nichts versprochen, was sie nicht gehalten haben. Die Hauptlosung der Allianz »Freiheit und Wohlstand« ist in Ost- wie schon immer in Westdeutschland Realität geworden. Kohl hat nicht gelogen, als er auf sechs Großkundgebungen stets mit den gleichen Worten ankündigte: »Wenn die Rahmenbedingungen gesetzt sind, wenn die notwendigen gesetzgeberischen Maßnahmen getroffen sind, dann werden nicht nur Hunderte, sondern Tausende von investitionsbereiten Unternehmern – von Großunternehmen bis hin zum Handwerk – aus der Bundesrepublik hierher kommen, und gemeinsam mit Ihnen werden wir hier in kurzer Zeit ein blühendes Land schaffen.« 

Der CSU-Vorsitzende und Bundesfinanzminister Theodor Waigel sagte nichts als die reine Wahrheit, als er den DDR-Wählern die in der BRD herrschende »soziale Verantwortung« anpries und »mit aller Klarheit« versicherte: »Was die SED hier und auch andere Kräfte schüren – vom kalten Kapitalismus und dieser nüchternen seelenlosen Gesellschaft von drüben – das ist nichts anderes als ein Horrorgemälde.« Und ist etwa der »Boom des DDR-Arbeitsmarktes«, den der SPD-Wirtschaftsexperte Frank Bogisch auf dem Höhepunkt des Wahlkampfes in Aussicht stellte, ausgeblieben? Und war es nicht aufrichtig gemeint, als die Parteien der »Allianz für Deutschland« »eine Sicherung der Sparguthaben im Verhältnis 1:1« versprachen? 

Auch der lange Zeit beliebteste Deutsche, Hans-Dietrich Genscher, kann sich zufrieden zurücklehnen. Das von ihm angekündigte »deutsche Aufbauwunder« hat nach der Wahl begonnen. Es zieht sich zwar ein wenig in die Länge, aber nach jüngsten Schätzungen soll die Angleichung der ostdeutschen Wirtschaftsleistung an das Westniveau bereits 2059 erfolgen.

Nein, es hat keinen Wahlbetrug gegeben. Nur einige linke Kritikaster und nörgelnde Besserwisser behaupten, daß die Schicksalswahl vom 18. März 1990 von den größten Wahllügen seit der Weimarer Republik begleitet war. Diese Unverbesserlichen unterstellen gar, daß die Wahl angesichts rechtswidriger massiver Einmischung und angeblich nicht erfüllter Wahlversprechen weder »frei« noch »demokratisch« war. Leeres Geschwätz! Was »frei« und »demokratisch« ist, bestimmen nicht sie, sondern immer noch die Herrschenden und ihre Medien.

Es bleibt dabei: Die letzte Wahl der Volkskammer der DDR war ein Höhepunkt der friedlichen Revolution und ein Markstein auf dem Weg zur Wiedergewinnung der deutschen Einheit. Sie wird weiter gepriesen werden, aus triftigen Gründen nicht auf Volksfesten oder Staatsakten, aber ganz gewiß mit Jubiläumsbeiträgen in den Medien, in denen ihre kleinen Schönheitsfehler im goldenen Licht des Gedenkmarathons unsichtbar werden. Und Eppelmann, der Oberaufarbeiter der SED-Diktatur, kann unbesorgt jubeln: »Es geht weiter … Gott sei Dank.«